Direkt zum Download kostenfreier DataPlugins für bekannte Dateiformate >>
Die erste Hürde bei der Auswertung von Messdaten ist häufig das verlustfreie Einlesen derselben in die Analyse- bzw. Berichterstellungssoftware. Aufgrund der hohen Implementierungs- und Betriebskosten für datenbankgestützte Systeme werden Messdaten nach wie vor häufig in Dateien archiviert. Kann das verwendete Dateiformat nicht direkt in die Auswertesoftware eingelesen werden, werden die Daten oft erst in ein passendes Format konvertiert oder sogar manuell in die Software kopiert. Dies ist mit einem hohen Zeitaufwand, Fehlerrisiko und ggf. sogar Informationsverlust verbunden.
Dialoggestützte Assistenten zum Import von ASCII- und Binärdateien bieten eine einfache Alternative. Sie gestatten jedoch meist nur den Import der eigentlichen Messdaten. Messdateien enthalten aber oft Zusatzinformationen, die für die Interpretation der Daten wichtig sind. Dies können z. B. Prüflingsnummer, Prüfstand, Bearbeiter, Prüfvorschrift, Sensorkalibrierdaten oder beliebige andere Informationen sein. Ohne diese so genannten Metadaten wird es zunehmend schwieriger, die Messdaten auch nach längerer Zeit noch richtig zu interpretieren und bspw. die Ursache für Unterschiede in verschiedenen Messungen zu erklären.
Spezielle Importfilter in Form von DLLs bieten die nötige Flexibilität, um auf sämtliche Informationen in einer Datei zugreifen zu können. Die Programmierung und Wartung einer solchen DLL ist aber immer mit einem entsprechenden Aufwand verbunden. Zudem hilft sie dem Anwender nur dann weiter, wenn die verwendete Auswertesoftware anschließend einen einfachen und komfortablen Zugriff auf diese Informationen gestattet. Nur dann lässt sich aus diesen Zusatzinformationen bei der Datenanalyse und Berichterstellung der größtmögliche Nutzen erzielen.
Mit der Software NI DIAdem von National Instruments steht dank so genannter DataPlugins ein einfacher Zugriff auf unterschiedlichste Messdateien inklusive der in ihnen enthaltenen Zusatzinformationen zur Verfügung. Derzeit unterstützt DIAdem bereits mehr als 100 unterschiedliche Dateiformate, und die Liste wächst durch die innovative Datenschnittstelle von DIAdem stetig.
Abb. 1: Per Drag&Drop lädt der Anwender auszuwertende Dateien in das Datenportal rechts im Bild. Die geladenen Daten werden dort übersichtlich in Form von Kanalgruppen und Kanälen dargestellt. Im Eigenschaftsfenster rechts unten werden zu diesen Daten alle beschreibenden Metadaten angezeigt. Neben Standardeigenschaften wie Kanalnamen und Einheiten gehören hierzu auch beliebige beim Datenimport eingelesene Zusatzinformationen.
Sämtliche verfügbaren DataPlugins können kostenfrei von der Webseite www.ni.com/dataplugins herunter geladen werden. Darüber hinaus besteht dort die Möglichkeit, Wünsche für zusätzliche DataPlugins für verbreitete Dateiformate zu äußern. Nicht selten verwenden Prüfstände und Messsysteme aber speziell zugeschnittene Formate für die Datenablage. Hier profitiert der Anwender von der Möglichkeit, auf einfache Weise eigene DataPlugins für spezifische Datenformate zu erstellen.
Ein DataPlugin ist im Grunde nichts anderes als ein Script (Visual Basic Script), welches beschreibt, wie die Daten in der einzulesenden Messdatei abgelegt sind. Die Erstellung eines solchen Scripts erfordert keine spezielle Entwicklungsumgebung, sondern kann mit jedem beliebigen Texteditor erfolgen. Unterstützt wird das Einlesen von nahezu beliebig strukturierten und formatierten ASCII- und Binärdaten. Zusätzlich zu den Massendaten können sämtliche beschreibenden Informationen (Headerdaten) eingelesen werden. Eine Anleitung nebst Beispielen zum Erstellen eigener DataPlugins steht auf oben genannter Webseite zur Verfügung.
Auch die Weitergabe eines selbst erstellten DataPlugins an Kollegen und Kunden ist denkbar einfach. Hierzu bietet DIAdem die Möglichkeit, das gewünschte DataPlugin in eine Installationsdatei (*.URI) zu exportieren. Zur Installation des DataPlugins auf einen anderen Rechner genügt ein Doppelklick auf diese Datei. Das DataPlugin wird dadurch automatisch installiert und in DIAdem angemeldet.

Abb. 2: Zur Erstellung eines Berichts werden die geladenen Daten per Drag&Drop in den Bericht gezogen. Auf die gleiche einfache Weise können Zusatzinformationen als Texte in Beschriftungsfeldern angezeigt werden. Im Bericht selbst werden dabei lediglich Verweise auf die Daten und Informationen des Datenportals abgelegt. So entsteht mit minimalem Zeitaufwand ein Berichtslayout, welches sich für ähnlich strukturierte Daten immer wieder verwenden lässt.
Zusammenfassung:
Die Standardsoftware DIAdem bietet Messtechnikern und Ingenieuren einen einfachen und gleichzeitig flexiblen Zugriff auf unterschiedlichste Dateiformate. Mit Hilfe von DataPlugins können zusätzlich zu den eigentlichen Messdaten auch alle relevanten Metadaten eingelesen werden, so dass keine wertvollen Informationen verloren gehen. Dies erleichtert dem Anwender die Analyse der Daten, die Berichterstellung und die Interpretation der Ergebnisse. DIAdem hilft auf diese Weise, die Zeitspanne von der Datenerfassung bis zum Vorliegen verwertbarer Ergebnisse zu verkürzen und so bspw. Entscheidungen in der Produktentwicklung oder Qualitätsüberwachung effektiv zu beschleunigen.
Weiterführende Informationen:
DIAdem-Hauptseite
DataPlugins und Beschreibung
Standard-TDM-Dateiformat
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